Rot-rot-grüne Jugendverbände gegen Wildtiere in Zirkussen

Vom 12. bis 15. April gastiert der Circus Probst in Nordhausen. Damit wird der August-Bebel-Platz erneut für eine Institution zur Verfügung gestellt, die in ihrem Programm auf Wildtiere wie Tiger und Zebras setzt. Grüne Jugend Nordhausen, Jusos Nordhausen und linksjugend[’solid].sds.Nordhausen unterstützen daher den Aufruf der Tierrechtsinitiative Nordhausen zu mehreren Demonstrationen im Rahmen des Zirkusaufenthalts.

Die rot-rot-grünen Jugendverbände stellen sich entschieden gegen den Einsatz von Wildtieren in Zirkussen. Die Tierrechtsinitiative wie auch die drei Jugendverbände sprechen sich dafür aus, dass Zirkusse auf Wildtiere verzichten sollten. Auch wenn viele Wanderzirkusse die gesetzlichen Richtlinien erfüllen, sind die Richtlinien selbst bereits ein Witz und nicht ausreichend, um Tieren ein bedarfsgerechtes Leben zu ermöglichen. Insbesondere hat der Circus Probst weiße Tiger in seinem Programm. Weiße Großkatzen sind Qualzuchten, die oftmals unter genetischen Defekten leiden müssen, worauf auch die Tierschutzorganisation PETA verweist. [1]

Die drei Jugendverbände fordern den Stadtrat auf, künftig keine Flächen mehr Zirkusbetrieben zur Verfügung zu stellen, die bei CITES [2] gelistete Wildtiere mitführen. Großstädte wie Köln, Düsseldorf, München, aber auch mit Nordhausen vergleichbare Städte wie Erding oder Hanau haben dies schon vorgemacht. Zirkusse sind ein erhaltenswertes Kulturgut und repräsentieren viele verschiedene Kunstformen. Allerdings setzt die Wildtierhaltung besonders hohe Ansprüche an Haltung und Unterbringung voraus, denen Wanderzirkusse nachweislich nicht gerecht werden können. Darüberhinaus zeigen viele Beispiele, dass Zirkusse auch ganz ohne Wildtiere erfolgreich sein und ein interessantes Angebot präsentieren können.

[1] https://www.peta.de/keine-eu-gelder-fuer-qualzuchten-zoo-aschersleben-bewirbt-sich-um-finanzielle-foerderung#.WrzEOIhubIV
[2] CITES bedeutet „Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora“ (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tier und Pflanzen). Es handelt sich also um Wildtiere wie Elefanten, Nashörner, Giraffen, Bären, Löwen und Tiger handeln.

Kapitalismus und Krise: Wirtschafts- und finanzpolitische Handlungsempfehlungen

Begeistert beobachtete schon seiner Zeit Karl Marx die Finanz- und Wirtschaftskrisen. Neben seiner Krisentheorie durch den tendenziellen Fall der Profitrate schienen die Verwerfungen auf den Finanzmärkten seine Theorie von einem krisenhaften Charakter des Kapitalismus zu bestätigen. John Maynard Keynes und Hyman P. Minsky sind weitere Ökonomen, die sich explizit mit Krisen des Kapitalismus auseinandersetzten. Auf der Basis einer finanziellen Krisentheorie werden in dem Vortragsabend mit Arif Rüzgar Handlungsempfehlungen für eine Finanz- und Wirtschaftspolitik erarbeitet. Dabei werden auch die Möglichkeiten von finanz- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen auf der Länderebene beleuchtet.
Der, von der linksjugend[‘solid].sds.Nordhausen organisierte, Vortrag findet am 28. März ab 19 Uhr im Weltladen in Nordhausen statt. Der Eintritt ist frei.

Entscheidung zeugt von Mutlosigkeit

Wir, die linksjugend[’solid].sds.Nordhausen, kritisieren die Entscheidung bezüglich der Kleiderordnung, die der Kreistag Nordhausen vergangenen Dienstag getroffen hat, scharf. Der Kreistag hat es damit verpasst ein klares Zeichen gegen Intoleranz und Demokratiefeindlichkeit zu setzen.

Die Formulierung der SPD, politische Schriften auf Kleidungsstücken seien nicht erwünscht, ist nicht nur inhaltlich unkonkreter, sondern greift sie auch in der Praxis zu kurz: nach wie vor Existieren weder ein konkretes Verbot, noch wurde dem Kreistag mit dieser Entscheidung ein Instrument an die Hand gegeben, Verstöße zu ahnden. Dass dieser Antrag dennoch eine Mehrheit gefunden hat, zeugt von der Mutlosigkeit, die in diesem Parlament offensichtlich herrscht.

Vortragsabend Thomas Müntzer – Ein Sozialist?!

In der DDR-Geschichtsforschung avancierte Thomas Müntzer zum exponierten Vertreter der Frühbürgerlichen Revolution. Angelehnt an Friedrich Engels wurde Müntzer zum Frühsozialisten erkoren, der nicht zuletzt auch als Vordenker der Bodenreform von 1948 herhalten musste. In der frühen Bundesrepublik hingegen wurde Müntzer nicht nur weitgehend ignoriert, sondern in bester lutherischer Tradition als Schwärmer abgetan. Beide Sichtweisen taten dem reformatorisch-revolutionären Theologen Unrecht. Aber wo ist Müntzer nun wirklich einzuordnen und welche gesellschaftlichen Umbrüche seiner Zeit wirkten auf seine sozialen und theologischen Ansichten? Am 18. Dezember referiert dazu Thomas Völker auf Einladung der linksjugend [‘solid].sds.Nordhausen ab 18 Uhr im Weltladen Nordhausen. Der Eintritt ist frei.

Die AfD im Parlament – Eine beunruhigende Entwicklung

Der Wahlkampf ist beendet. Ein neues deutsches Parlament ist gewählt.
Doch erfüllt uns die Zusammensetzung dieses Parlaments mit großer Besorgnis. Die letzten Überlebenden der Schrecken der Nazidikdatur können noch vom grausamen Alltag unter diesem erzählen und auch die mahnenden Worte jener, die dem Holocaust entkamen, sind offenbar ungehört verhallt.
Denn 72 Jahre danach sitzt wieder eine Partei im höchsten deutschen Parlament, die den völkischen, rassistischen, sexistischen und rechtsradikalen Elementen eine Stimme gibt.
Besonders im Osten Deutschlands, also auch in Thüringen, auch in unserem Wahlkreis, sind die Zahlen der AfD-Wähler*innen erschreckend hoch.
Hier liegt die AfD bei einer Zustimmung von 22,2% und ist damit zweitstärkste Kraft nach der CDU. Ein Ergebnis, welches man eher von der LINKEN erwarten würde. Und nun versucht man sich gegenseitig den schwarzen Peter zuzuschieben, wer Schuld am Rechtsruck hat.
Wir glauben, es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Durch dauerhafte und andauernde Provokation der AfD mit Sprüchen, die am Rande zum Rechtsradikalität liegen, hat es die Partei geschafft, die politische Debatte dauerhaft nach rechts zu verschieben.
Und wie ging man damit um? Der Aufschrei verhallte mit der Zeit, es störten sich immer weniger Menschen am verbreiteten Gedankengut und zuletzt, als Alexander Gauland auf einer Rede zum „Flügeltreffen“ der AfD meinte, man müsse „auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“[1] stolz sein, war der gesellschaftliche Aufschrei marginal. Dies alles führt dazu, dass sich jene laute Minderheit, die die AfD ist, als wichtig und akzeptiert wahrgenommen fühlt.
Dieser Anschein überträgt sich dann auch auf die wählende Bevölkerung, sodass die AfD auf Grund ihrer Aussagen nicht mehr unwählbar erscheint. Doch das Gegenteil ist aus unserer Sicht richtig: Diese Partei ist nichtig und ihre Positionen in keinem Fall akzeptabel. Diese Entwicklung hat nun zu dieser Bundestagsbesetzung geführt. Mit Jürgen Pohl ist jetzt ein Mensch im Parlament, der sich selbst als „Volksanwalt“ inszeniert und als Vertreter des kleinen Mannes auftritt. Wobei er doch für eine Partei im Parlament sitzt, welche die Arbeiter*innenklasse spaltet und gegeneinander ausspielt. Wir sehen mit Sorge die Entwicklung der politischen Kultur, die in Richtung simpler Antworten auf komplexe Fragen schwenkt. Besonders in einer Stadt, wie Nordhausen, die auf Grund ihrer Geschichte am Besten wissen müsste, was eine solch menschenverachtende Ideologie für Folgen hat. Es bleibt nun zu Hoffen, dass die AfD ihren vermeintlichen Zauber während ihrer Arbeit im Parlament verliert und sie es 2021 nicht mehr in den Bundestag schaffen wird.

[1]Siehe https://www.youtube.com/watch?v=Bt4if8KecaA