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PM Kreisverband DIE LINKE: Ein Tag, Antifaschist*innen zu danken

Anlässlich des 72. Jahrestags der Befreiung vom Hitler-Faschismus gedachten heute rund 80 Menschen der Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft. „Es war gut zu sehen, dass so viele Menschen, vor allem auch so viele junge Menschen, diesen Tag heute mitbegangen und mitgestaltet haben. Gerade in einer Zeit, wo Rechtspopulisten und Rechtsradikale versuchen stärker in die Gesellschaft einzudringen, sind solche mahnenden Tage wichtiger denn je“, erklärt Alexander Scharff, Kreisvorsitzender DIE LINKE.Nordhausen, in einer aktuellen Pressemitteilung.

„Wir sind den Befreier*innen und alliierten Kräften zutiefst dankbar, dass sie diese Leidenszeit der gesamten Weltbevölkerung beendet haben. Es muss gerade für die Menschen in Deutschland ein Selbstverständnis sein, faschistischen und rassistischen Strukturen und Ideologien entschlossen entgegenzutreten. Deswegen ist dieser Tag auch ein Anlass allen Antifaschist*innen, die sich heutzutage tagtäglich gegen diese menschenverachtenden Strukturen zur Wehr setzen, einmal danke zu sagen“, ergänzt Tim Rosenstock, antifaschistischer Sprecher des linken Kreisverbands.

„Bedenklich finden wir jedoch, dass dieser Tag in Deutschland immer noch nicht als Feiertag anerkannt ist, so wie es in einigen anderen europäischen Ländern der Fall ist. Hier sind alle demokratischen Parteien in der Pflicht, diesem Tag auch endlich offiziell seine Bedeutung zu verleihen, die ihm zusteht“, sind sich Scharff und Rosenstock abschließend einig.

Filmvorführung „Europa – Ein Kontinent als Beute“

EUROPA – EIN KONTINENT ALS BEUTE stellt wichtige Fragen: Wie konnte
es zu dieser breiten wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und moralischen
Krise Europas kommen – und wie schaffen wir es aus dieser brandgefährlichen
Situation wieder heraus? Wie kann man Menschen für ein faires und
solidarisches Europa gewinnen? Wie wollen wir in Zukunft in Europa zusammenleben?
Um den ökonomischen Verflechtungen und politischen Ursachen der Krise
auf die Spur zu kommen, haben sich die Filmemacher Christoph Schuch
und Reiner Krausz auf eine Reise durch Europa gemacht: in die Krisenländer
Spanien und Portugal, ins Europäische Parlament nach Brüssel, in die Bankenmetropole Frankfurt und in die neutrale Schweiz.
Zu sehen sein wird der Film am Donnerstag, dem 20. April, um 19 Uhr im Lesesaal des Bürgerhauses Nordhausen. Veranstalter ist die linksjugend[‘solid].sds.Nordhausen. Der Eintritt ist frei.

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.

Neue Dimension der Menschenverachtung in Nordhausen erreicht

Anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora brachte der Verein Jugend für Dora in Nordhausen rund 40 Aufkleber auf vielbegangene Fußwege auf. „Eine sehr schöne Aktion, um auf den Jahrestag der Befreiung hinzuweisen und gleichzeitig die Menschen dazu zu bewegen, darüber auch zu diskutieren“, begrüßt die linksjugend[‘solid].sds.Nordhausen die Aktion der Jugend für Dora.

„Was aber am Tag nach der Aufbringung passierte, ist auch für uns eine neue Dimension der Menschenverachtung. Nahezu sämtliche Aufkleber wurden widerrechtlich entfernt. Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht für die jungen Menschen, die sich in diesem Projekt engagiert haben, sondern auch eine Verhöhnung aller Opfer, die der nationalsozialistische Terror während des zweiten Weltkrieges gefordert hat“, erklärt der linke Jugendverband.

„Menschen, die zu so etwas fähig sind, haben nichts mit einem besorgten Bürger*innentum zu tun, sie sind nichts anderes als Anhänger*innen faschistischer und neonazistischer Strukturen und Ideologien. Das Nordhausen ein Problem mit solchen Personen hat, ist sicherlich nicht neu. Dass diese aber mitten am Tag zu solchen Aktionen fähig sind, zeigt auch, wie sicher sie sich mittlerweile in Nordhausen fühlen“, gibt die linksjugend zu Bedenken.

„Wir solidarisieren uns mit der Jugend für Dora, den Mitarbeiter*innen der Gedenkstätte und sowie allen Opfern des nationalsozialistischen Terrors gegen die dieses Abreißen gerichtet war. Außerdem regen wir alle Menschen dazu an, an der Diskussion auf der, eigens dafür eingerichteten, Webseite unter http://www.jfd72.wordpress.com/ teilzunehmen“, so der linke Nachwuchsverband abschließend.

Kinder- und Jugendparlament endlich mit Rechten ausstatten

„Seit etwas mehr als zwei Jahren ist die Errichtung eines Kinder- und Jugendparlamentes für den Landkreis Nordhausen nun beschlossene Sache. Leider fehlen dem Parlament noch immer nötige Rechte, um auch in der kommunalen Politik tatsächlich mitwirken zu können“, befindet die linksjugend[‘solid].sds.Nordhausen in ihrer aktuellen Pressemitteilung.

„Ziel der damaligen Beschlussvorlage war es, echte Entscheidungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten als Form der Demokratiebildung zu initiieren. Bis heute hat das Kinder- und Jugendparlament aber nicht einmal das Anhörungs- oder Rederecht in Ausschüssen, außer die Ausschussmitglieder einigen sich im Ausnahmefall im Vorfeld darauf. Da kann von Mitsprache oder gar Mitbestimmung keine Rede sein“, so der linke Jugendverband weiter.

„Natürlich wissen wir, dass auch die Thüringer Kommunalordnung derzeit ein Hindernis bildet, weswegen wir uns auch auf Landesebene für eine entsprechende Änderung stark machen. Jedoch zeigen andere Kommunen wie etwa Erfurt und Jena, dass es möglich ist, ein Jugendparlament bereits jetzt mit echten Handlungsmöglichkeiten auszustatten“, erklärt die Linksjugend.

„Wenn man dem beschlossenen Antrag auch gerecht werden und Kindern sowie Jugendlichen tatsächlich Mitsprache und Mitbestimmung ermöglichen möchte, dann sind sowohl Kreistag, als auch Landkreisverwaltung in der Pflicht, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um dem Kinder- und Jugendparlament endlich die Rechte einzuräumen, die ihm auch zustehen“, fordert der linke Nachwuchs abschließend.

Kampf um Gleichberichtigung für Frauen* noch längst nicht geschlagen

Die Nordhäuser linksjugend erinnert heute in einer aktuellen Pressemitteilung daran, dass „106 Jahre nach dem ersten, von Clara Zetkin initiierten Frauen*kampftag der Kampf um Gleichberechtigung für Frauen* alles andere als geschlagen ist. Noch immer werden Frauen* aufgrund ihres Geschlechts oder Aussehens in ihrem Alltag sowohl in der Arbeitswelt als auch im Privaten diskriminiert; noch immer verfangen eindimensionale Rollenbilder und Schönheitsideale; noch immer werden Frauen* in Fragen der sexuellen Selbstbestimmung bevormundet; noch immer sind hauptsächlich Frauen* Opfer sexueller Belästigungen und sexualisierter häuslicher Gewalt“ zählt der linke Jugendverband auf.

„Angesichts dieser weiterhin bestehenden Missstände ist es nur richtig, von einem Kampf zu sprechen, wenn Frauen* auch im 21. Jahrhundert weiterhin für rechtliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung, ein selbstbestimmtes Leben sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit streiten – einen Kampf den es zu unterstützen gilt und zu dem wir alle Frauen* ermutigen“ befinden die jungen Linken abschließend.